THE ROOMMATE

THE ROOMMATE

Über das Unperfekt-Sein zweier Frauen und dass es nie zu spät ist, noch mal neu anzufangen

Eine etwas einsame, konservative Hausbesitzerin nimmt eine quirlige Landstreicherin bei sich auf. Die neue Mitbewohnerin mischt alles auf, bringt alles durcheinander. Sie gibt sich unnahbar und scheint ein Geheimnis zu haben. Dem gilt es auf die Spur zu kommen. So erwachen ungeahnte Lebensgeister, denn: «… es liegt eine grosse Freiheit darin, schlecht zu sein.»

In The Roommate prallen zwei Welten aufeinander, und so entsteht ein neues Universum. Beide Figuren haben Lust auf Neues, auf einen Spaziergang auf dem neu entdeckten Weg der «wahr-haftigen» Freundschaft, bei der jede gerne ein Stückchen von der anderen wäre … 

«Wahrscheinlich will jeder von vorn anfangen. Alle Brücken abbrennen und von vorn anfangen.»
WEITERE INFORMATIONEN

STÜCK VON: Jen Silverman
DEUTSCHE FASSUNG: Barbara Christ

REGIE: Lilian Naef
DIALEKTFASSUNG: Corinne Thalmann

SCHAUSPIEL: Jeannette KönigMarianne Tschirren

BÜHNENBILD: Fredi Stettler BÜHNENBAU: Fredi StettlerNicole D. Käser
KOSTÜM: Katrin Schilt LICHTDESIGN: Arno Alf Jost

REGIEASSISTENZ: Hans-Jürg Klopfstein

WERBUNG, GRAFIK: Nicole D. Käser FOTOGRAFIE: Rolf Veraguth MEDIEN, PR: Peter Schibli VORVERKAUF, ADMINISTRATION, ANLÄSSE: Cornelia Grünig, Livia Franz TECHNIK: Arno Alf JostSelina Vonarburg ABENDKASSE: Jürg Stoller, Nelly Kempter, Kathrin Schnegg, Andreas Jampen

Verlag: S. Fischer Verlag

Wichtiger Hinweis: Im Theater Matte gilt während der gesamten Veranstaltunsgdauer eine Hygienemasken-Pflicht für Menschen ab 12 Jahren.

DATEN

PREMIERE: Sa. 17. April 2021

WEITERE SPIELDATEN:
Mi. 21.04. / Do. 22.04. / Fr. 23.04. / Sa. 24.04. / So. 25.04. / Mi. 28.04. / Do. 29.04. / Fr. 30.04. / Sa. 01.05. / So. 02.05.* / Mi. 05.05. / Do. 06.05. / Fr. 07.05. / Sa. 08.05. / So. 09.05. / Mi. 12.05. / Do. 13.05. / Fr. 14.05. / Sa. 15.05. / So. 16.05.2021

VORSTELLUNGSBEGINN:
Die Vorstellungen beginnen jeweils um 20 Uhr. Sonntags um 17.00 Uhr.

DAUER: ca. 1 Std. 45 Min. inkl. Pause

* = Mit anschliessendem Publikumsgespräch

Die Abendkasse und unsere Theaterbar öffnet jeweils eine Stunde vor Beginn.

«Einfach machen» oder von der Freiheit des Schlechtseins

VON LILIAN NAEF & CORINNE THALMANN

SHARON: Denken Sie daran, wie es ist, allein zu sein.
Es ist spät am Abend irgendwo
wo Sie auch sind
und Sie sind allein.
Denken Sie an die Dinge, mit denen Sie sich umgeben.
Doch alles ist kalt unter den Händen.
Und dann tritt jemand in Ihr Leben.
Und Sie werden anders.
Sie merken, dass Sie … wahrhaftig … leben.
Denken Sie daran, ein einziger Mensch kann verändern, was sich ein Leben lang angehäuft hat an Kälte und Dingen und Schweigen.

Es geht um Veränderung in The Roommate. Die kulturelle und emotionale Verschiedenartigkeit der zwei Frauen ist nicht zu übersehen. Die eine ist perfektionistisch, häuslich und brav, die andere hat eine kriminelle Vergangenheit, ist in der Jugend aus der Provinz in die Grossstadt geflüchtet und hat ein unbeständiges Leben geführt. Trotzdem wird aus den beiden irgendwie eine Wohngemeinschaft. Was haben die beiden miteinander zu tun?

Beide sind auf der Suche nach Veränderung. Beide suchen Halt, sehnen sich nach Gesellschaft, Ehrlichkeit und Freundschaft. Trotz anfänglichen Irritationen gelingt den Frauen im Verlauf des Stückes eine Freundschaft. Sie reiben sich aneinander und spiegeln sich ineinander. Wie bei einem Vexierbild wandeln sich die beiden Charaktere und verkehren sich zum Schluss fast ins Gegenteil. In dieser neuen Konstellation findet die eine nie gehabte Ruhe, während die andere neue Lebensformen, andere Ideale und die damit verbundene Freiheit entdeckt. Sie, die nie etwas gewagt hat, findet plötzlich den Reiz des «einfach Machens».

Dieses «einfach Machen» bringt die zwei Frauen zu neuen Verzweigungen in ihrem Leben, auf neue Wege und an altbekannte Fragen, die sie sich plötzlich wieder stellen müssen: Was ist richtig? Was ist falsch? Welche Verpflichtungen haben sie sich selbst, der jeweils anderen, aber auch ihren Familien gegenüber? Und wie sollte sich eine Frau in ihrem Alter eigentlich verhalten?

Jen Silverman hat eine Geschichte geschrieben über eine Frauenfreundschaft, über das Ausbrechen aus Konventionen, über das Neu-Entdecken und das Zu-weit-Gehen, über das Neu-Sortieren der Liebe und des Lebens – und über den Mut, sich neu zu erfinden und dabei eventuell auch mal zu scheitern.

ROBYN: Jedes erste Gedicht isch es schlächts Gedicht.
Es liegt e grossi Freiheit, im schlächt sy.

Die Autorin – Jen Silverman

Jen Silverman ist ein Shootingstar. Die Arbeit der jungen Autorin wurde bereits oft ausgezeichnet. Ein paar Beispiele: Yale Drama Series Award, Lilly Award, Kennedy Center’s Paula Vogel Playwriting Award, MacDowell Fellow, Helen Merrill Fund Award 2015 und PoNY Fellowship 2016–2017.
Die amerikanische Autorin lebt in New York, wuchs aber in Europa, Asien und den USA auf. Sie hat einen Bachelor of Arts in vergleichender Literatur der Brown University und einen Master in Playwriting, der University of Iowa. Silverman selbst unterrichtet Schreiben für Theater an verschiedenen Schulen.
Bisher wurden zwei ihrer Theaterstücke auf Deutsch übersetzt: Kollektive Wut und The Roommate. Ihre Stücke werden aber überall auf der Welt gezeigt, in England, Deutschland, Australien, Spanien und Shanghai. Silverman ist aber nicht nur für ihre Theaterstücke bekannt, von ihr wurden auch bereits einige Novellen veröffentlicht, und sie schreibt Stoffe für Film und Fernsehen, wie zum Beispiel 2019 für die Miniserie Tales of the City auf Netflix.
Die deutschsprachige Erstaufführung ihres Stückes The Roommate fand im September 2018 am Theater Orchester Biel Solothurn statt.

jensilverman.com

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